DINGS OHNE D

Dorfgespräche und andere Geschichten

Lesezeichen

„Hast du gehört? Die Buchstabenmenschen wollen jetzt gelesen werden.“

„Du sprichst wie immer in Rätseln“, sagt mein Nachbar kopfschüttelnd. „Buchstabenmenschen? Gelesen? ... Wobei, natürlich liest man Buchstaben ... aber was sind Buchstabenmenschen?“

„Na du weißt schon“, sage ich. „Diese Q, B, L ... Ach, was weiß ich, diese Genderfuzzis eben.“

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Essen bleibt knapp

An der Lebensmittelsituation änderte sich durch das Kriegsende nichts, vielleicht wurde es sogar noch etwas schlimmer. Lebensmittel gab es nach wie vor nur auf Karten und die Rationen waren sehr knapp bemessen. Jeder, der irgendwie die Möglichkeit dazu hatte, versuchte deshalb Lebensmittel auf irgendwelchen anderen Wegen zu ergattern, ohne Karte. Dazu gab es für die meisten Menschen vor allem zwei Möglichkeiten: Den Schwarzmarkt oder etwas direkt bei den Bauern kaufen. Beides war verboten, wurde aber natürlich trotzdem gemacht. Die Fahrt aufs Land, zu den Bauern, wurde 'Hamsterfahrt' genannt, das Kaufen bei den Bauern (besser gesagt: das Tauschen) an sich 'Hamstern'. Wobei ich das nie verstand: Es ging dabei doch nicht darum Vorräte anzulegen, wie ein Hamster, sondern jetzt direkt etwas zu Essen zu bekommen.

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Verschüttet

Hallo mein Alter,
letztens kamen ein paar der älteren Kinder zu mir, na ja, eigentlich muss man wohl Jugendliche sagen. Jedenfalls bearbeiten sie in der Schule gerade den jahrzehntelangen Nicht-Ausstieg aus den fossilen Energien, ihre Gruppe macht was zur Kohle. Dazu wollten sie von mir irgendwas hören - nur habe ich mich um so was ja nie gekümmert. Deshalb ...

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Der Schulweg - Meisters Werk 2

Durch das Buch hatte sich die Methode des Meisters im ganzen Land verbreitet und immer mehr Menschen kamen in den kleinen Ort.

Viele von ihnen wollten nicht nur sehen wo und wie er gelebt hatte, nein, sie strebten nach der im Buch beschriebenen Glückseligkeit, der vollkommenen Harmonie in jedem Augenblick.

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Zielentscheidung

Hallo mein Alter,
ich sitze hier am Fenster und sehe den Kindern zu, wie sie draußen herumwuseln. Sie fegen die Solarzellen ab, richten sie aus und wechseln die Akkus – das ist übrigens ein hübsches System, da muss ich dir auch mal von erzählen. Na jedenfalls bin ich deshalb drauf gekommen, dir ein bisschen davon zu berichten, was ich von den Kindern so mitbekomme. Es ist ganz erstaunlich, sie sind so anders. So …

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Investitionsraum - Boomdorf 2

„Sag mal“, sagt mein Nachbar, als ich ihm später den leeren Teller zurückbringe, „ich hatte vorhin den Eindruck, dass dich die Geschichte mit den Grundstückspreisen ganz schön beschäftigt …“. Er sieht mich prüfend an.

„Na ja“, sage ich, „irgendwie schon“.

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Boomdorf

Mein Nachbar kommt mit einem Kuchenteller in der Hand auf mich zu, stellt ihn mir hin und sagt: „Gratuliere!“

Ich schau mir den Kuchen an, Rhabarberbaiser, großartig, ziehe den Teller ein Stück näher zu mir und sage: „Vielen Dank. Hmm, der ist ja noch warm.“

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Erfolgsstory - Umfragesaga 3

„Sag mal“, frage ich meinen Nachbarn, „was ist eigentlich aus dieser Umfrage geworden mit der du mich letztes Jahr so genervt hast?“

„Das war vorletztes Jahr“, sagt er.

„Echt?“, frage ich. „Mann, wie die Zeit vergeht … und was ist nun damit? Hat man nie wieder was von gehört, oder? Hab ich dir ja gleich gesagt.“

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